MAGEN BALLON

Das durch den Magenballon ausgelöste Gefühl, schneller satt zu sein, soll die Patienten dazu bewegen, weniger zu essen. In Kombination mit bewusster Ernährung kann der Ballon eine Gewichtsabnahme bewirken.

Anlegen eines Magenballons

Der Magenballon ist im Gegensatz zum Magenband und der Magenverkleinerung eine nicht-operative Maßnahme zur Behandlung von starkem Übergewicht.

Es gibt zwei Arten von Magenballons: Bei den sogenannten Schluckballons schluckt der Patient eine kleine ungefähr drei Zentimeter lange ovale Kapsel mit einem Schlauch, über welchen dann der Arzt ungefähr 250 Milliliter eines ungiftiges Edelgas in den Ballon einfüllt. Danach kann der Schlauch entfernt werden. Oft werden auch zwei Schluckballons im Magen platziert, weil das die Form des Magens, die einer Kidney-Bohne ähnelt, besser ausfüllt.

Andere Magenballons werden im Rahmen einer Magenspiegelung in den Magen eingebracht. Der Arzt verwendet dazu ein spezielles Instrument, das Gastroskop, über das er den Ballon durch die Speiseröhre in den Magen einbringt. Gleichzeitig kann der Arzt über die Videooptik des Gastroskops erkennen, ob die Magenschleimhaut gesund und damit für einen Magenballon geeignet ist: Die Magenschleimhaut sollte keine Entzündungen oder Geschwüre aufweisen.

Sobald sich der Ballon im Magen befindet, wird er über das Gastroskop mit 500 bis 700 Milliliter Kochsalzlösung gefüllt. Zur Kontrolle ist diese Kochsalzlösung üblicherweise mit einer speziellen blauen Farbe versetzt. Sie bewirkt, dass sich der Urin kurzzeitig blau färbt, wenn der Ballon undicht ist oder platzt.

Magenballon

Schemazeichnung eines flüssigkeitsgefüllten Magenballons

Der Eingriff wird ambulant im Dämmerschlaf (Sedierung) durchgeführt. Er dauert meist zwischen zwanzig und dreißig Minuten. Nach dem Eingriff muss der Patient noch eine bis zwei Stunden zur Überwachung in der Praxis oder Klinik bleiben. Viele Patienten leiden allerdings nach der Balloneinlage unter Übelkeit und Erbrechen und bedürfen daher einer Flüssigkeitsgabe über die Vene ein bis zwei Tage nach der Balloneinlage. Daher kann bei diesen Patienten ein kurzer Krankenhausaufenthalt erforderlich sein.

Sättigungsgefühl durch den Ballon

Der gefüllte Ballon nimmt einen Großteil des Magens ein. Der Patient fühlt sich dadurch schneller satt, das Fassungsvermögen des Magens ist verkleinert. Der mit Flüssigkeit gefüllte Ballon kann in der Regel für sechs Monate im Körper verbeiben, der Schluckballon drei Monate. Danach muss der (bzw. die Ballons) per Gastroskop entfernt werden, um Schäden an der Magenschleimhaut oder ein Platzen des Ballons zu vermeiden.

Für wen ist der Magenballon geeignet?

Für eine Behandlung kommen nur stark übergewichtige Patienten in Frage, die ihr Gewicht durch Ernährungsumstellung und Sport nicht reduzieren konnten.

Ab welchem Ausgangsgewicht ein Magenballon in Frage kommt, ist sehr unterschiedlich. Es hängt vom Geschlecht und der Körpergröße des Patienten ab. Als Richtwert dient der Bodymassindex (BMI). Der Ballon kann je nach Patient bei einem BMI ab 28 kg/m² eingesetzt werden.

Nicht geeignet ist ein Magenballon bei schweren Entzündungen im Verdauungstrakt, Blutgerinnungsstörungen, psychiatrischen Erkrankungen und Drogenproblemen, sowie für schwangere und stillende Frauen.

Nur unterstützend wirksam

Die Magenballon-Therapie ist eine unterstützende Maßnahme zur Ernährungsumstellung. Sehr motivierte Patienten können fünfzehn bis dreißig Kilo abnehmen. Ohne konsequente Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten führt der Magenballon allerdings nicht zur Gewichtsreduktion. Auch zur schnellen Gewichtsabnahme eignet sich diese Therapie nicht, da sie nach der Entfernung des Ballons einen Jo-Jo-Effekt begünstigt, der Patient also schnell wieder Gewicht zulegen kann.

Der Magenballon kann im Rahmen einer “Mehrschritttherapie” zur Gewichtsabnahme bei Risikopatienten vor einem adipositas-chirurgischen Eingriff wie einem Magenbypass oder einer Magenverkleinerung nützlich sein.